Landhof Landhof
 

Jost Müller Vernier, Geschäftsführer WWF Region Basel, Initiativkomitee Landhof

Der Landhof ist auch ein Naturraum mitten in der Stadt. Auf dem Landhof können Kinder Natur erfahren, respektieren und schätzen lernen. Denn wer die Natur liebt, schützt sie. -

Grundsatz der Raumplanung ist die Konzentration des Siedlungswachstums an zentralen, gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossenen Lagen. Dies ist auch ein ökologisches Anliegen: Mit der Siedlungsentwicklung im bereits genutzten Baugebiet wird kein neues Bauland auf der grünen Wiese benötigt, und es werden keine neuen Pendlerströme erzeugt. Der WWF Region Basel unterstützt deshalb die basel-städtischen Bestrebungen zur Stadtentwicklung.

Jedoch: Innere Verdichtung und Arealumnutzung als sinnvolle Antwort auf eine weitere Zersiedlung müssen urbane Qualitäten des Wohn- und Arbeitsraums sicherstellen und die vorhandenen sozialen und ökologischen Werte berücksichtigen. Dazu gehört, dass genügend Grün- und Freiflächen vorhanden sind. Im Kleinbasel gibt es jedoch zu wenig Grünraum - ja, die Stadt Basel benötigt gemäss Freiraumkonzept des Baudeparte ments rund 30 Hektaren zusätzliche Grünflächen, was etwa drei Parkanlagen in der Grösse des Kannenfeldparks entspricht.

Bauvorhaben im Siedlungsraum haben die Güterabwägung zwischen grundsätzlicher positiver innerer Verdichtung und möglichen negativen Auswirkungen auf die Lebens- und Arbeitsqualität vorzunehmen.

Nach einer kritischen Beurteilung hat der WWF Region Basel entschieden, die Landhof-Initiative, die das alte FCB-Gelände als Grünraum erhalten will, mitzulancieren. Die achtzig neuen Wohnungen wären ein kleiner Beitrag zum Gesamtziel von 5000 Wohnungen. Sie stünden hingegen zum Grünraumverlust im dicht besiedelten und baulichen starken Veränderungen (Messeturm, Roche, Warteck) unterworfenen Quartier in einem schlechten Verhältnis.

Wer Verdichtung nach innen und Wachstum in die Höhe verlangt, muss auch Grünraum zur Verfügung stellen - sonst ziehen die Familien weg und Arbeitsplätze bleiben wenig attraktiv. Den Landhof grün zu erhalten, ist somit Bestandteil der raumplanerisch und ökologisch sinnvollen Bestrebungen nach innerer Verdichtung.

Nebenbei: Der WWF Region Basel hat in früheren Situationen auch anders gewichtet und etwa der Teilüberbauung der Erlenmatte zugestimmt, obwohl dadurch Naturwerte betroffen waren.

Dass innere Verdichtung eine Kompensation durch Freiflächen verlangt, hat der Gesetzgeber erkannt: Die Mehrwertabgabe, welche Bauen über die zulässige Geschossfläche hinaus mit einer Abgabe belastet, ist zweckgebunden zur Schaffung und Aufwertung von Grünraum. Im Fonds sollen rund 20 Millionen verfügbar sein - die allerdings teilweise bereits reserviert sind. Mit weiteren Hochbauten im Quartier werden wohl zusätzliche Mittel in den Fonds fliessen. Damit ist auch das Argument der Gegenseite, die Finanzierung eines grünen Landhofs sei unklar, entkräftet. Das Geld ist vorhanden und der Boden gehört auch bereits den Baslern und Baslerinnen (Einwohnergemeinde).

Deshalb: Ja zum Landhofpark - nein zum Gegenvorschlag

 

Jost Müller

 

Jost Müller Vernier
Geschäftsführer WWF Region Basel
Initiativkomitee Landhof

www.landhof.ch