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Tonfall wird vor der Abstimmung schärfer

Bericht in der baz vom 03.02.2010
Valentin Kressler

WWF-Geschäftsführer Jost Müller wirft den Befürwortern der geplanten Überbauung auf dem Landhof-Areal «waghalsige Argumente » vor.
Der Abstimmungskampf ist definitiv lanciert: Einen Monat nach dem Komitee «Landhof für alle - Ja zum Gegenvorschlag» präsentierte gestern das Komitee «Ja, der Landhof bleibt grün» seine Argumente im Hinblick auf die Volksabstimmung vom kommenden 7. März. Das Komitee unterstützt die 2007 eingereichte, gleichnamige Volksinitiative, die das Kleinbasler Areal in die Grünzone umzonen lassen will. Der Gegenvorschlag von Regierung und Grossem Rat sieht dagegen eine Überbauung mit drei Gebäuden mit insgesamt 80 Wohnungen und einer angrenzenden Grün- und Freizeitanlage vor. Neben diversen Politikern des Grünen Bündnisses gehören dem Komitee auffallend viele Exponenten von CVP (zum Beispiel Bürgerrätin Sonja Kaiser-Tosin) und SP (etwa Ex-Fraktionschefin Christine Keller) an. Dies ist nicht ohne Brisanz, denn CVP und SP hatten im Grossen Rat mehrheitlich für den Gegenvorschlag gestimmt. Darüber hinaus unterstützen auch Umweltverbände wie WWF oder Pro Natura sowie der Verein zur Erhaltung des Landhof-Areals die Initiative «Der Landhof bleibt grün».

Vorbild Landauer.
Prominenteste Referentin war gestern Nationalrätin Anita Lachenmeier (Grüne). Sie wies darauf hin, dass im Wettsteinquartier und in den angrenzenden Quartieren in den letzten Jahren verschiedene neue Wohnüberbauungen realisiert worden seien. «Es braucht aber nicht nur Wohnungen, sondern auch Grünflächen. » Diese würden insbesondere für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen eine wichtige Rolle spielen. Grossrat Thomas Grossenbacher (Grüne) ergänzte, dass die Initiative nicht zum Ziel habe, den Ist-Zustand zu erhalten. Das Landhof-Areal solle vielmehr wie der Landauer in Riehen zu einem «Freizeit- und Erholungsraum für Jung und Alt» umgestaltet werden. Am angriffigsten äusserte sich WWF-Geschäftsführer Jost Müller, der den Befürwortern des Gegenvorschlags «teilweise waghalsige Argumente» vorwarf.

«Buebetrickli».
Mühe hat Müller insbesondere mit der Behauptung, dass das Areal mit der Überbauung noch einen Grünflächenanteil von 85 Prozent aufweisen würde. Auch Stadtpräsident Guy Morin (Grüne) - ein Befürworter des Gegenvorschlags - führte dieses Argument in der BaZ vom Samstag ins Feld. «Das ist ein Buebetrickli», kritisierte Müller. «Nur 51 Prozent des Areals werden in die Grünzone eingezont. » Müller und seine Mitstreiter lassen sich ihre Kampagne rund 30 000 Franken kosten.

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