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Kein Rückzug der Landhof-Initiative
Gegenvorschlag der Regierung geht den Initianten zu wenig weit

© Basler Zeitung; 03.12.2008; Seite bazab23stadt
Peter Wittwer

Die Überbauungspläne für das Kleinbasler Landhof-Areal gehen dem Anwohnerkomitee auch in der abgespeckten Version zu weit. Einstimmig wurde deshalb beschlossen, auch den Kompromiss der Regierung zu bekämpfen.

Wenn die Regierung gehofft hat, mit ihrem Gegenvorschlag die Opposition gegen eine Überbauung des Landhofes besänftigen zu können, so hat sie sich tüchtig getäuscht. Die Mitglieder des Komitees haben letzte Woche entschieden, ihre Initiative «Der Landhof bleibt grün» nicht zurückzuziehen. Das Volk muss nun an der Urne entscheiden, ob es der Initiative oder dem Gegenvorschlag den Vorzug gibt, der auf einen der ursprünglich vier geplanten Baukörper verzichten will.

Der Entscheid, nicht auf das Kompromissangebot der Regierung einzutreten, sei einstimmig gefallen, erklärte Mitinitiant Harald Friedl gegenüber der BaZ. Als Vizepräsident der Grünen begrüsst er zwar prinzipiell das Bestreben der Regierung zu verdichtetem Bauen. Das Areal des ehemaligen Heimstadions des FC Basel ist aber nach Friedls Einschätzung angesichts der grossen Nutzungsverdichtungen, mit denen das Quartier um die Messe in den letzten Jahren konfrontiert worden ist, nicht der richtige Ort dazu.

Dass nun 51 statt 41 Prozent des Areals in eine Grünfläche eingewiesen werden sollen, genügt dem Initiativkomitee ebenso wenig wie die Zusicherung, dass bei den Neubauten auf dem Landhof eine Genossenschaft als Bauherr zum Zug kommen soll. Erklärtes Ziel der Initianten ist es, die Grünfläche samt baufälliger Tribüne, die allenfalls durch einen Neubau ersetzt werden kann, für die heutigen Nutzer, sprich insbesondere die Kinder- und Jugendarbeit im Quartier, zu erhalten.

Nachsicht mit Morin. Das Initiativkomitee könnte sich aber langfristig durchaus vorstellen, dass am Rand der Grünfläche neue Genossenschaftswohnungen gebaut werden könnten. Das Baudepartement hatte eine solche Alternative in einem Studienauftrag zur Überbauung des Landhofes skizziert. Weil sich mit dieser Lösung, für die bestehende Wohnbauten entlang der Riehenstrasse weichen müssten, kurzfristig nicht zusätzlicher Wohnraum schaffen liesse, hat die Regierung diese Variante bei der Ausarbeitung ihres Gegenvorschlages nicht weiterverfolgt.

Dass sein Parteikollege Guy Morin, der ursprünglich dezidiert für die Grünerhaltung des Landhofes gekämpft hat, nun ebenso dezidiert für eine Teilüberbauung eintritt, nimmt Harald Friedl relativ gelassen. Das sei nun eben seine Rolle als Regierungspräsident, doch zwischen den Zeilen seiner Erklärungen habe er herausgehört, dass er immer noch hinter den Zielen des Initiativkomitees steht, meinte der Vizepräsident der Grünen Basel Stadt.

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