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«Als Präsident muss ich das vertreten»
Basel. Der grüne Regierungsrat Guy Morin steht hinter der Landhof-Vorlage

© Basler Zeitung; 20.11.2008; Seite bazab21
Valentin Kressler

Justizminister Guy Morin hatte sich vor zwei Jahren noch klar gegen die Überbauung des Landhof-Areals im Kleinbasel ausgesprochen.

Im April 2006 hatte Guy Morin (Grüne) einen vielbeachteten Auftritt: An einer Versammlung seiner Partei forderte der Justizminister und jetzige Regierungspräsident dezidiert einen Kurswechsel in der Wohnbaupolitik und sprach sich gegen das Landhof-Projekt aus. Das Volks-Nein zu den Umzonungen auf dem Bruderholz sei für ihn «ein deutliches Signal, dass die Basler keine neuen Wohnungen zulasten von Grünflächen haben wollen». In der Regierung müsse darum ein Umdenken stattfinden. «Das bedeutet für mich: keine Überbauung auf dem Landhof-Areal.» Nach monatelangem Zuwarten hat die Regierung am Dienstag nun ein abgespecktes Projekt verabschiedet (BaZ von gestern). Eine Überbauung soll auf dem Areal also weiterhin realisiert werden, womit Morins Forderung nicht erfüllt wurde.

Der grüne Spitzenpolitiker steht dennoch hinter der jetzigen Landhof-Vorlage, wie er auf Nachfragen gegenüber der BaZ sagt. Erstens, weil jetzt anders als vor zwei Jahren ein Regierungsbeschluss vorliege. Und zweitens, weil es sich um einen Kompromiss handle. «Als Regierungspräsident muss ich die Regierungsbeschlüsse vertreten - auf jeden Fall», sagt er, der «weder von einer Niederlage noch von einem Kurswechsel» sprechen will. Dass er mit seiner Haltung wohl in Opposition zu seiner Partei stehen wird, scheint Morin nicht gross zu kümmern. «Das gehört zur unterschiedlichen Rollenaufteilung zwischen Parteien- und Regierungsvertretern.»


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