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Er soll bleiben, wie er ist

Verein kämpft gegen die Landhofüberbauung

Bericht Baslerstab, 07.09.2006

Diverse Kreise machen sich für den Status quo beim Landhof stark.

Anita Lachenmeier, Präsidentin der Grünen Basel, ist frustriert. Seitdem sie eigene Kinder hat, kämpft sie vergeblich gegen das Verschwinden der Kleinbasler Grünflächen. «In den letzten zehn Jahren hat man unseren Kindern schon drei grössere Rückzugsorte verbaut», sagte sie am Mittwoch an einer Medienorientierung. Mit einer Unterschriftensammlung will sie nun mit dem «Verein zur Erhaltung des Landhofareals» die Pläne des Basler Baudepartements durchkreuzen. Demnach soll das ehemalige Stadion des FCB einer Wohnanlage weichen.

Lachenmeier wirft der Regierung leere Versprechungen vor: «Die Regierung hat vor etwa zehn Jahren versprochen, jedem Bürger sechs Quadratmeter Grünfläche freizuhalten. Und der Wert lag schon damals darunter.» Gerade weil die meisten Quartiere des Kleinbasels bevölkerungsreicher geworden seien, dürfe man die Freizeitmöglichkeiten nicht noch mehr beschneiden.

Beliebter Treffpunkt
Mirko Ulbl ist Präsident des «Vereins zur Erhaltung des Landhofareals». Als Jugendarbeiter passt er jeweils nachmittags auf die Kinder auf, die sich auf dem Areal vergnügen. Er sieht in diesem Ort vor allem etwas Verbindendes. «Hierher kommen Kinder und Erwachsene aus verschiedensten Ländern.» Das Zusammenleben gestaltet sich zwar nicht immer einfach, und doch sei die Konfrontation an einem solchen Ort wichtig. «Viele Kinder müssen den sozialen Umgang mit anderen erst lernen. Sie gewöhnen sich hier an Regeln.»

Ulbl sieht den Reiz des Areals vor allem darin, dass es nicht ein massgeschneiderter Park ist. Um den Fussballplatz herum wuchert das Dickicht. Die ehemaligen Tribünen sind für die Kinder ein grosses Abenteuer. Daher will der Verein um Lachenmeier und Ulbl keinen Gegenvorschlag lancieren, sondern im Wesentlichen alles beim Alten belassen. Daraus schöpft Lachenmeier Zuversicht: «Weil der Landhof bleiben soll, wie er ist, brauchen wir von der Stadt kein Geld.» Andererseits glaubt sie auch daran, dass die Regierung ihr nach jahrelangem Bemühen nun endlich Gehör schenkt. «Auch wenn ich das Gefühl habe, auf der Stelle zu treten, gebe ich nicht auf.»

Leif Simonsen
>>Originalartikel  

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