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Hilfe für Kleinbasler Grünoase

Beitrag bz vom 07.09.2006

«DER LANDHOF BLEIBT GRÜN» / Ein neunköpfiges Initiativkomitee will verhindern, dass die Regierung die geplante Überbauung des Landhof-Areals verwirklicht. Die Freizeitanlage soll bleiben, wie sie ist.

BASEL. Die letzte grüne Oase in Kleinbasel. So erscheint das Landhof-Areal im Rosentalquartier, wenn man es aus dem 30.Stock des Messeturms betrachtet. Eingerahmt von Wohngebäuden, die sich schier endlos aneinander reihen, hebt sich dieses kleine Stück Natur von der Umgebung ab. Fragt sich nur, für wie lange noch: Geht es nach den Plänen der Regierung, soll die Freizeitanlage rund 70 Familienwohnungen Platz machen. Dabei würde lediglich ein Teil des Gesamtareals als öffentliche Grünfläche erhalten bleiben.

Die Regierungspläne stiessen bereits kurz nach der Veröffentlichung in bestimmten politischen Kreisen auf wenig Verständnis, doch Nägel mit Köpfen wurden bisher nicht gemacht. Nun versuchen neun Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Gruppierungen, die Überbauung des traditionsreichen Landhof-Areals mit einer kantonalen Initiative zu verhindern. Am 30.August ist der Text mit der Überschrift «Der Landhof bleibt grün» bei der Staatskanzlei eingereicht worden (die bz berichtete). Gestern stellte das Komitee im Tribünen-Innenraum den Medien die Hintergründe der Initiative vor.

Landhof ist rund um die Uhr für die Bevölkerung offen

Mit dem Abbau des altehrwürdigen Landhofs – erst 1967 verliess der FC Basel seine alte «Heimat» und kickte fortan im Stadion St. Jakob – würde nicht nur ein Stück Basler Sportgeschichte von der Bildfläche verschwinden, behaupten die Initianten. Kinder, Erwachsene und ältere Leute hätten zugleich den Verlust der einzigen, rund um die Uhr verfügbaren Freifläche in Kleinbasel zu verkraften.

Grossrat Thomas Grossenbacher (Grünes Bündnis) zeigte sich zwar mit dem Ziel von Regierungspräsidentin Barbara Schneider, in Basel attraktive Wohnungen für neue Familien zu bauen, einverstanden. «Aber sicher nicht zu Lasten der einzigen Grünfläche im schon dicht besiedelten Rosentalquartier », stellte er klar. Auch Anita Lachenmeier, Grossrätin und Präsidentin der Basler Grünen, sieht nicht ein, weshalb eine allseits beliebte Freizeitanlage überbaut werden soll, wenn man einfach die bestehende Bausubstanz besser nützen könnte. «Die Quartiere Rosental und Wettstein weisen nur wenig Grünflächen auf. In den letzten Jahren wurden solche sogar verkleinert (Solitude) oder überbaut (Messeanlieferung an der Matten- und Riehenstrasse). Ersatz gab es jedoch nicht», kritisiert Lachenmeier.

Womöglich wird dem Landhof seine «wilde» und wenig gepflegte Umgebung zum Verhängnis. Doch Jost Müller, Geschäftsführer des WWF Region Basel, widerlegt diese These: «Seinen Charme gewinnt der Landhof gerade dadurch, dass hier wenig durchorganisiert ist. Hier hat kein Stadtgestalter Hand angelegt. Dies wissen die vielen Benützer zu schätzen.» Der Zuwachs an Quartierbewohnern erfordere eigentlich mehr Grünflächen. Insbesondere für die Entwicklung der Kinder seien Freiräume von grösster Bedeutung. Zudem erhöhe genügend Grün- und Freiraum die Wohn- und Lebensqualität allgemein. Deshalb ist das Komitee fest überzeugt, dass die Initiative grosse Erfolgschancen hat.

Loris Vernarelli
>>Originalartikel

 

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