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Landhof-Areal nicht überbauen

Bericht in Standpunkt, "Liberal" 1/2006

Alice und Felix Lehr-von Arx sind eingefleischte Kleinbasler. Der geplanten Überbauung des Landhof-Areals stehen sie ablehnend gegenüber. Im nachfolgenden Gespräch äussern Sie sich zu den Gründen.

Alice und Felix Lehr, sie sind gegen die geplante Überbauung des Landhof-Areals. Warum?

Felix Lehr: Trotz ständigem Ruf nach mehr Grünflächen in der Stadt, mehr Sport und Bewegung für Kinder und Jugendliche soll der seit langem bestehende und allseits beliebte Landhof überbaut werden. Das Landhof-Areal ist eine der letzten intakten Grün- flächen im oberen Kleinbasel. Es wird von der Bevölkerung rege genutzt und ist für das Quartier wichtig.

Alice Lehr: Das Wettsteinquartier ist von der Osttangente und drei verkehrsreichen Durchgangsstrassen durchschnitten. Über 250 Kinder müssen im Vogelsang- und Sandgrubenschulhaus sieben Jahre lang direkt neben der Autobahn und in deren Lärm und Abgasen zur Schule gehen. Nun soll ausgerechnet die letzte verbliebene Oase für das Quartier, der Landhof, zerstört werden. Dagegen setzen wir uns zur Wehr.

Projektentwürfe sehen auch Grünbereiche vor. Halten Sie diese aufgewerteten Flächen nicht für ausreichend?

Alice Lehr: Nein. Die vorgesehenen Grünflächen sind nicht ausreichend. Ich bin davon überzeugt, dass die gesamte Freifläche erhalten werden muss. Dass die baufällige Tribüne saniert werden muss, steht ausser Frage.

Wofür wird der Landhof denn heute genutzt und welchen Verwendungszweck sehen Sie für die Zukunft?

Felix Lehr: Das ehemalige FCB-Areal ist für die Quartierbevölkerung bereits heute ein nicht mehr wegzudenkender Begegnungsort. Gross und Klein trifft sich hier tagsüber zu Spiel und Sport, zum Training am Abend oder zu einem Schwatz mit Nachbarn oder Bekannten. Es gibt heute schon ein breites Angebot, beispielsweise an organisierten Spielnachmittagen.

Alice Lehr: Für die Zukunft schwebt uns ein Begegnungszentrum vor, in der Art des Landauer-Freizeitzentrums in Riehen. Anstelle der baufälligen Tribüne könnten Garderoben und eine Cafeteria entstehen.

In Basel sollen nach den Zielen eines Impulsprogramms bis 2011 5‘000 zusätzliche Wohnungen entstehen...

Felix Lehr: Ob es exakt so viele sein müssen, sei dahingestellt. Im Kleinbasel ist auf dem Erlenmatt-Areal zusätzlicher Wohnraum in beträchtlichem Umfang geplant und das Areal des Kinderspitals am Rhein wird auch irgendwann frei. Baulandreserven sind in unserem Kanton nun mal beschränkt. Als Alternative könnte auch vermehrt alter Wohnraum aufgewertet werden, um die gewünschten Zielgruppen anzulocken.

Gespräch: Felix Werner
>> Originalartikel

 

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